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Presseerklärung Bürgerinitiative "Kein Wald für Kohle"

Veröffentlicht am 22.07.2020

Bürgerinitiative “Kein Wald für Kohle” fordert Rücktritt von Thomas Giebel und Rederecht für Carbonex-Gegner.

Wir sind hier - wo seid Ihr? Demonstranten vermissen grüne Positionen bei der Partei Die Grünen Die geplante Holzkohlefabrik sorgt weiter für Unruhe. Am 7. August 2020 ab 18 Uhr lädt die Gemeinde Heidenrod zur Bürger­information nach Laufenselden in die Bornbachhalle ein.

Die BI “Kein Wald für Kohle” hat den Gemeindevorstand aufgefordert, offiziell zu Info-Veranstaltungen eingeladen zu werden. Damit würde Gegnern des Projekts endlich eine sachliche Stimme verliehen, statt auf bloßes Lärmschlagen angewiesen zu sein. Denn in Heidenrod liegen die Nerven blank.

Während die Gemeindevertreter am 26. Juni in der Bornbachhalle über die Industrieansiedlung sprechen, wird draußen dagegen demonstriert. Einige nutzen lautstarke Tröten um ihren Unmut kundzutun. Drinnen steht Thomas Giebel, Fraktionsvorsitzender DIE GRÜNEN Heidenrod, am Rednerpult. Er wirft den Demonstrierenden wegen ihrer Lautstärke "Einflussnahme von außen” vor und "Respektlosigkeit gegenüber der parlamentarischen Arbeit”.

Aber nicht nur das – kurz darauf verlässt Thomas Giebel die Sitzung und fordert eine Gruppe Demonstranten zur Ruhe auf. Als diese sich unbeeindruckt zeigen, beschimpft er einen Mann mit “Was willst Du Idiot?!”. Der Versammlungsleiter tritt dazwischen und verhindert eine weitere Eskalation. Inzwischen hat der betroffene Demonstrant Giebel angezeigt und Strafantrag gestellt.

Bei der BI “Kein Wald für Kohle” kommt man aus dem Kopfschütteln nicht heraus: Unglaublich genug, dass DIE GRÜNEN durch ihren Fraktionsvorsitzenden Giebel für den Industriebetrieb eintreten. Wer aber Respekt gegenüber Parlamentariern einfordere, um kurz darauf Demonstranten zu beleidigen, sei als Gemeindevertreter nicht tragbar. Man fordere daher seinen Rücktritt.

Vor Wochen habe man noch gehofft, durch Offene Briefe klare Antworten zur Holzkohlefabrik zu bekommen. Leider habe die Carbonex AG auf keinen der Briefe geantwortet. Der Bürgermeister antworte, allerdings mit wechselnden und teils widersprüchliche Informationen, die immer neue Fragen aufwerfen. Beide Strategien sorgen für wachsendes Misstrauen.

Bereits der Bauausschuss am 17. Juni sei einseitig informiert worden, bemängelt die BI. Der Bürgermeister gehört zum Vorstand der FSC-Organisation und habe dessen Mitarbeiter als Sprachrohr genutzt. Die Carbonex AG habe sich durch ihren Marketing-Partner Earthworm loben lassen. Die Fabrikanten-Familie Soler-My hatte einen sogenannten “Freund des Hauses” mitgebracht. Nicht erwähnt wurde, das es sich bei Philipp D. Hauser um einen professioneller Projektentwickler der Energiewirtschaft handelt. In bester Verkäufermanier habe er statt lärmender Grillkohle-Industrie eine harmlose “Biofabrik" im Grünen beschrieben.

Große Hoffnung hatte die BI auf den Bürgerentscheid gesetzt. Aber die Gemeindevertretung habe zum Bürgerentscheid eine einseitige Fragestellung beschlossen. Die Zustimmung zu Carbonex wird mit kühnen Behauptungen verknüpft, die keineswegs sicher sind. Es scheint jedes Mittel recht, um für unkritische Ja-Stimmen zu sorgen.

Im Bürgerentscheid nicht genannt wird der Standort der Fabrik. Carbonex habe neben Huppert noch andere Optionen in Heidenrod, weiß man bei der Bürgerinitiative und warnt: Wer am 1. November für die Fabrik stimmt, hat sie vielleicht bald vor der eigenen Haustür.

Quellen

Sitzung der Heidenroder Gemeindevertretung am 26.06.2020
Aussage Thomas Giebel (min 23.10-24.24)

Unsere Presseerklärung wurde im Wiesbadener Kurier vom 27.07.2020 inhaltlich veröffentlicht.

© Foto: Husch

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