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Betroffenes Waldstück

Bürgermeister Volker Diefenbach betont, der zu rodende Wald sei erst 1995 gepflanzt und daher wenig wertvoll.

Waldbegehung Liegenschaft der geplanten Grillkohle-Fabrik bei Huppert

Der betroffene Wald ist noch jung, eine Auf­forstung von 1994 nach Sturmwurf, und Fichten dominiert, so dass keine natur­schutz­fachlichen Restriktionen zu erwarten sind.
Bürgermeister Volker Diefenbach

1. Junger Wald dominiert von Fichten?

Mitglieder der Bürgerinitative "Kein Wald für Kohle" haben sich den Wald angeschaut, der zu Industriegelände werden soll. Mit 20 Hektar ist der Wald etwa so groß wie 28 Länderspiel-Fußballfelder – oder 38mal so groß wie der naheliegende Hupperter Sportplatz.

Gefunden haben wir tatsächlich viele junge Bäume – aber nur teilweise Fichten. Es wurden auch zahlreiche buntgemischte Gruppen aus Ebereschen, Kirschen, Birken, Buchen, Eichen und Kastanien gepflanzt. Außerdem sind noch große alte Eichen und Buchen übriggeblieben.

Diese Bilder sind im April 2020 entstanden – Besuchen Sie das Waldstück und überzeugen Sie sich selbst!

Solange die Bäume noch stehen…

2. Keine naturschutzfachlichen Restriktionen zu erwarten?

Auch in jungen Wäldern gibt es seltene und geschützte Arten. Laut Bürgermeister Diefenbach wird das betroffene Waldstück bis zum Frühjahr 2020 naturschutzfachlich untersucht.

Würde man geschützte Arten finden, könnte es Auflagen und Einschränkungen (Restriktionen) geben. Ob geschützte Arten gefunden werden, lässt sich allerdings beeinflussen. Gefährdete Tiere leben meist versteckt. Um sie zu finden, müssen Fachleute zur jeweils geeigneten Jahres- und Tageszeit im passenden Lebensraum suchen. Das ist aufwendig – und leider nicht immer der Fall.

Es kommt darauf an, wer die Untersuchungen beauftragt und damit auch das Budget festlegt. Eine Naturschutzorganisation, die Arten schützen möchte, wird eine intensivere Begutachtung beauftragen als ein Unternehmen, das dort z.B. eine Fabrik errichten möchte.

Ein Beispiel aus Heidenrod 2019

Die geplante Freiflächen-Solaranlage bei Laufenselden. Im offiziellen Artenschutz-Gutachten des beauftragten Büros wurden auf der vorgesehenen Fläche geschützte Arten vermutet. Mehr kann man nicht sagen, wenn man nur für zweimal hingehen bezahlt wird.

Diese Vermutung hätte durch weitere Untersuchungen erhärtet oder widerlegt werden müssen. Darauf hatte der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) den Gemeindevorstand eigens hingewiesen.

Was ist wenige Wochen später geschehen? Schattenspendende Bäume und Sträucher wurden gefällt. Der Bereich, in dem die Tiere mutmaßlich anzutreffen wären, wurde mit einem Raupenfahrzeug plattgefahren. Die weitere Untersuchung erübrigt sich. Und es wird – wie praktisch – keine “naturschutzfachlichen Restriktionen” geben.

Wir sind aber Teil genau dieser Natur, die wir so gering achten.

Geplante Liegenschaft des Industriegebiets im Huppert Wald

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