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Fragen BUND an Carbonex und die Gemeinde Heidenrod

Veröffentlicht am 14.08.2020

Der Umweltverband BUND Heidenrod hat dem Projektverantwortlichen für Carbonex Philipp D. Hauser sowie Bürgermeister Volker Diefenbach in einem Offenen Brief über 60 zum Teil sehr technische Fragen zur Ansiedlung der Grillkohle-Fabrik Carbonex in Heidenrod gestellt.

Geantwortet hat Bürgermeister Volker Diefenbach für beide zusammen. Die Dokumente liegen zum Download für alle Interessierten bei.

Was uns aufgefallen ist

Als Bürgerinitiative haben wir uns die Briefe und Antworten interessiert durchgelesen. Gewundert haben wir uns über manche dieser Antworten. Im folgenden finden Sie Auszüge aus den Briefen und unsere Kommentare darunter.

Im Anhang finden Sie die Antworten auf Ihre Fragen, die Herr Philipp Hauser, unabhängiger Berater der Fa. Carbonex und ich gemeinsam erarbeitet haben.
Bürgermeister Volker Diefenbach

Unser Bürgermeister legt sich für Carbonex so richtig ins Zeug! Welche Frage wurden von wem beantwortet? Leider wird das hier nicht deutlich! Es ist eine klare Vermischung von Staat und privater Firma!

Man könnte meinen nicht Herr Hauser ist der Projekt­verantwort­liche sondern unser Bürgermeister!

Insgesamt sehe ich eine große Chance … auch zum Klimaschutz in Verbindung mit Verhinderung von Raubbau am Regenwald.
Bürgermeister Volker Diefenbach

Es handelt sich bei der geplanten Grillkohle-Fabrik Carbonex um eine Produktions-Erweiterung, nicht um eine -Substitution! Es wird dadurch mehr Grillkohle hergestellt, nicht weniger.

Glaubt unser Bürgermeister ernsthaft, dass die Erhöhung der Grillkohleproduktion in Europa dazu führt, dass in den Tropen weniger abgeholzt wird? So simpel funktioniert globaler Handel leider nicht.

In Afrika gibt es auch nicht weniger Hunger, weil in Europa mehr Nahrungsmittel produziert werden. Nein, die Menschen in Südamerika und Afrika holzen ab, weil es Geld dafür gibt. Sie sind darauf angewiesen und werden erst aufhören, wenn sie stattdessen z.B. für Anpflanzungen und Waldpflege bezahlt werden!

…sage Ihnen zu, dass das Gesamtverfahren in größter Transparenz für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger nachvollziehbar auf dem rechtsstaatlichen Weg Schritt für Schritt begleitet wird.
Bürgermeister Volker Diefenbach

Nach der Bürgerinformations-Veranstaltung vom 07.08.2020 könnten dazu Zweifel aufkommen. Bürgermeister Volker Diefenbach hatte die Veranstaltung abgebrochen, weil er keine kritischen Fragen der Bürger mehr beantworten wollte, obwohl es noch Wort­meldungen gab!

Sollte ein Bürgermeister nicht uns Bürgern verpflichtet sein anstatt Carbonex? Er geriert sich als Experte für alles. Sind wir Bürger nur zu dumm das zu kapieren?

Wir freuen uns über Ihr Interesse am Projekt der Biofabrik Heidenrod
Philipp D. Hauser

Ist es heute üblich nur noch Sprachpanscherei zu betreiben? Und eine Industrieanlage mit 300.000 t CO2 Ausstoß im Jahr als harmlose Bio-Fabrik im Grünen zu bezeichnen?

Aus dieser Perspektive beschlossen Carbonex und die Gemeindeverwaltung von Heidenrod das Genehmigungsverfahren … einzuleiten.
Philipp D. Hauser

Was für eine komische Rechtsauffassung Herr Hauser hier zeigt. L’état c’est moi? Glücklicherweise ist dem nicht so. Noch bestimmt nicht Carbonex darüber! Das Genehmigungsverfahren wurde von den Gemeindevertretern beschlossen und damit gestartet.

Auf der Grundlage dieser Informationen freuen wir uns auf den Aufbau eines konstruktiven Dialogs mit dem BUND und stehen für weiteren Austausch zur Verfügung.
Philipp D. Hauser

Warum antwortet Carbonex durch Herr Hauser dem BUND, aber nicht den besorgten Bürgern der Bürgerinitiative?

Weil der BUND als Umweltverband Klagerecht gegen die Genehmigung der Grillkohle-Fabrik hat! Dies zum transparenten Verfahren, dass der Bürgermeister zugesichert hat!

Anders als bei herkömmlichen Verfahren zur Verkohlung von Holz, die erhebliche Mengen an Schadstoffen freisetzen, stellt der kontrollierte Carbonex-Prozess sicher, dass alle pyrolytischen Gase vollständig verbrannt und zur Erzeugung von Wärme und Elektrizität genutzt werden.

Wow! Das wäre das erste chemische Verfahren in der Welt, bei dem alles restlos “verbrannt” wird – sich quasi in nichts auflöst! Das dem nicht so ist, sollte der Herr Diplom Chemiker Philipp D. Hauser eigentlich wissen! Oder will er uns für dumm verkaufen?

Und was ist mit den 300.000 t CO2 Ausstoß und den 50 Tonnen Stickoxiden pro Jahr? Das sind keine Schadstoffe?

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