Navigation überspringen

Carbonex-Befürworter reagieren mit Plakatdiebstahl und Sachbeschädigung

Veröffentlicht am 24.09.2020

Die Bürgerinitiative “Kein Wald für Kohle” macht mit Plakaten auf die Nachteile der geplanten Grillkohlefabrik Carbonex in Heidenrod aufmerksam. Befürworter der Fabrik reagieren darauf mit krimineller Energie.

In Zorn und Grebenroth wurden Plakate der Initiative verunstaltet, um deren Aussage ins Gegenteil zu verkehren. In Kemel wurden inzwischen vier Plakate gestohlen, eines wurde ebenfalls umgestaltet. Der oder die Täter besitzen genug kriminelle Energie, um das veränderte Diebesgut erneut öffentlich zu präsentieren. Es wurde gut sichtbar an einer Schuppenwand in Kemel festgeschraubt. Die Polizei war zur Spurensicherung vor Ort. Bevor die Bürgerinitiative das Plakat nach der polizeilichen Freigabe abhängen konnte, wurde es von Unbekannten erneut entwendet.

Eine weitere Stufe der Eskalation wurde am Freitag 18. September erreicht. Am Nachmittag entdeckte ein Mitglied der Bürgerinitiative “Kein Wald für Kohle” das verunstaltete Plakat ganz in der Nähe des vorherigen Fundorts, diesmal an einem privaten Zaun. Der Bewohner des Hauses war zu diesem Zeitpunkt nicht erreichbar.

Die BI-Vertreterin erkundigt sich daher beim direkten Nachbarn, der das Plakat ebenfalls gesehen haben muss. Dieser ist für die SPD in der Gemeindevertretung und bestreitet jegliches Wissen über das Plakat. Als die BI-Aktive ankündigt, das gestohlene und umgedeutete Plakat mitzunehmen, mischt sich ein Verwandter dieses Nachbarn pöbelnd und duzend ein: „Du hängst hier gar nichts ab“.

Der Mann ergreift ein Autoventil am Fahrzeug der Frau und droht, ihr die Luft aus dem Reifen zu lassen. Als sie ihr Auto durch Wegfahren davor schützen will, stellt er sich ihrem Fahrzeug in den Weg. Er behauptet weiterhin, dass es nicht ihr Plakat sei. Erst als die Bürgerin erklärt, dass sie persönlich genau dieses Plakat ursprünglich wenige Häuser weiter aufgehängt hatte und es dort gestohlen wurde, lässt er sie gewähren. Sie entfernt das verunstaltete Plakat und stellt es sicher.

Sowohl der Diebstahl als auch die Verschandelung sowie das erneute illegale Aufhängen des Plakates wurden bei der Polizei angezeigt. Außerdem wurde Strafanzeige wegen Nötigung gestellt.

“Wenn die Argumente der Befürworter so gut wären wie behauptet, hätten sie solche Verhaltensweisen nicht nötig” erklärt die Bürgerinitiative. Sie stellt klar: Wer Mitmenschen bedroht oder deren Plakate stiehlt, handelt kriminell und muss mit persönlichen Konsequenzen rechnen.

Die Bürgerinitiative hat für Hinweise, die zur Ermittlung und rechtskräftigen Verurteilung der Täter führen, eine Belohnung von 1.000 Euro 1 ausgesetzt.

1 Diese Belohnung wird nicht aus Spendengeldern bezahlt, sondern von einer Privatperson nur für diesen Zweck bereitgestellt.

Update vom 08.10.2020

  • Seit dem 18.09.2020 ist der Ordnungsbehörde in Heidenrod bekannt, dass es immer wieder zu Beschädigungen oder Diebstahl unserer Wahlplakate kommt. Eine avisierte Information im Heidenroder Tip wurde trotz Zusage erneut nicht veröffentlicht! Eine weitere Behördenwillkür oder wieder nur ein Missverständnis?

© Foto: Bürgerinitiative “Kein Wald für Kohle

Diese Seite teilen: